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Pflegeleitbild

Präambel

Wir, die MitarbeiterInnen des Pflegedienstes der Klinik Nette-Gut für Forensische Psychiatrie an der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach haben uns ein Pflegeleitbild erarbeitet. Mit diesem Leitbild wollen wir unsere pflegerischen Aufgaben und Tätigkeiten im Maßregelvollzug unter Berücksichtigung des gesellschaftlichen Auftrages zur Besserung und Sicherung definieren. Weiterhin möchten wir unsere Ziele verdeutlichen und für alle MitarbeiterInnen verbindlich formulieren. Hauptaugenmerk ist die mögliche Wiedereingliederung der PatientenInnen in die Gesellschaft. Gleichzeitig soll das Leitbild die Identifikation der MitarbeiterInnen mit der Klinik fördern und die Qualitätssicherung gewährleisten. Dabei ist es selbstverständlich, dass wir uns an dem Leitbild des Landeskrankenhaus (AöR) orientieren. Die Zusammenarbeit der Pflegenden basiert auf einem situativ kooperativ-demokratischen Führungsstil.

Pflegeleitbild

Wir, die pflegerischen MitarbeiterInnen, betrachten den Menschen ganzheitlich. Dies bedeutet, dass wir uns der unterschiedlichen Erfahrungen und Hintergründe bewusst sind, die jeden Menschen zu einem Individuum machen. Dazu zählen wir neben der körperlichen Entwicklung das soziale Umfeld, die Erziehung, die geographische und kulturelle Herkunft sowie die religiöse Ausrichtung.

Die Menschen, die in unserer Klinik behandelt werden, weisen auf Grund ihrer Erkrankungen und ihrer individuellen Sozialisation (Selbstpflege-) Defizite auf, die zu ihrer Delinquenz geführt haben. Mit den Delikten unserer PatientInnen setzten wir uns professionell-kritisch auseinander, da sie für uns das Resultat der Erkrankungen und Störungen der PatientInnen sind. Wir gehen davon aus, dass sich Menschen weiterentwickeln und verändern können.

Unsere Aufgabe sehen wir darin, unsere PatientenInnen hierbei professionell zu unterstützen und zu begleiten. Der Rahmen hierzu wird durch das Maßregelvollzugsgesetz sowie den derzeit wissenschaftlichen Stand vorgegeben. Grundlage unserer Arbeit sind die Pflegetheorien von Henderson, Orem, King und Peplau. Die sozio-milieutherapeutische Arbeit findet im Rahmen eines Pflegeprozesses (Planung, Zielsetzung, Durchführung und Überprüfung) statt.

Im Mittelpunkt steht hierbei die Beziehungsarbeit und der parallel dazu geplante Problemlösungsprozess mit den PatientInnen. Wir bieten ihnen ein beschützendes Milieu, um Vertrauen, Selbstwertgefühl, Verständnis und Verantwortung für sich und andere zu entwickeln bzw. zu erlernen. Die Anwendung sozio- milieutherapeutischer Maßnahmen durch die Pflegenden schafft somit ein Klima, das therapeutisches Arbeiten erleichtert und wirken lässt. Qualifiziertes und professionelles Arbeiten sowie die Bereitschaft zur Fort- und Weiterbildung sind für uns selbstverständlich. Unsere Arbeit bzw. unser Handeln überprüfen und reflektieren wir regelmäßig kritisch. Dazu nutzen wir die Möglichkeit der Supervision, auch um Krisensituationen zu bewältigen.

Wir arbeiten eng mit allen Berufsgruppen des multiprofessionellen Teams zusammen, um so eine qualifizierte Behandlung der PatientInnen zu gewährleisten. Als MitarbeiterInnen in der Forensik übernehmen wir durch unsere Arbeit und unser Auftreten Vorbildfunktion für die PatientInnen und gehen verantwortungsvoll damit um. Aus diesen Überlegungen heraus bezeichnen wir forensisch-psychiatrische Pflege als dynamische Beziehungsgestaltung unter Berücksichtigung der Grundbedürfnisse eines individuellen Patienten / einer individuellen Patientin in der täglichen Begegnung.

 

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