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Mehr als 100 Teilnehmer bei 12. Forensiktagen der Klinik Nette-Gut

Prävention von Straftaten im Mittelpunkt der Fachkonferenz

Andernach / Weißenthurm. Bei der zwölften Ausgabe der „Forensiktage" der Klinik Nette-Gut (KNG) in Weißenthurm kamen mehr als 100 Fachleute aus zahlreichen forensischen Einrichtungen der gesamten Bundesrepublik und des europäischen Auslands in der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach zusammen, um Erfahrungen und Meinungen auszutauschen.

Im Mittelpunkt stand einmal mehr der Aspekt der Prävention von Straftaten. Nicht zuletzt der „Fall Mollath" heizt die Diskussion um die Unterbringung psychisch kranker Straftäter an. Eine entsprechende Gesetzesänderung wird deshalb gerade auf Bundesebene angestrebt.  Der Entwurf der Bund-Länder-Kommission zur Reform des Paragrafen 63 im Strafgesetzbuch regt an, eine Unterbringung nur noch bei erheblichen Straftaten anzuordnen und die Dauer gleichzeitig zu begrenzen.

„Der Maßregelvollzug ist sich seiner besonderen Herausforderung bewusst", sagte Dr. Gerald Gaß, Geschäftsführer des Trägerunternehmens der KNG, Landeskrankenhaus (AöR), zur Begrüßung. Und immer wieder gebe es Anlass darüber nachzudenken, ob die beschrittenen Wege die optimalen sind. Umso interessanter ist daher zu erfahren, wie anderswo mit psychisch kranken Straftätern umgegangen wird.

In den Vorträgen wurden sehr unterschiedliche Themen behandelt. Die Entwicklung straffälligen Verhaltens in der Kindheit war dabei ebenso interessant wie die Situation der forensischen Psychiatrie in Bulgarien. Zum Schwerpunkt „Prävention", also wie straffälligem Verhalten vorbeugend begegnet werden kann, berichteten Experten aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Eine sehr wichtige Rolle nimmt hier die Allgemeinpsychiatrie ein. Mit dem Thema „Kriminalprävention in der Allgemeinpsychiatrie" setzte sich daher Dr. Stefan Elsner, Ärztlicher Direktor der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach, auseinander. Er befürwortet ein „Home-Treatment", also die Versorgung eines psychisch kranken Menschen in seiner gewohnten Umgebung.

Wolfram Schumacher-Wandersleb, Ärztlicher Direktor der KNG, und Werner Stuckmann, Pflegedirektor der KNG, zogen am Ende der beiden Tage ein sehr positives Fazit: Sie hoben die Qualität der Vorträge hervor und die anschließenden Diskussionsbeiträge. „Ich habe sehr viel mitgenommen", sagte Schumacher-Wandersleb.

Einig sind sich viele Forensiker über die Notwendigkeit eines ambulanten Nachsorgesystems. Das kostet nur im ersten Moment mehr Geld, so Schumacher-Wandersleb. Doch am Ende würde eine solche Art der Prävention sogar Geld einsparen, da präventiv mit den Patienten gearbeitet wird, Straftaten verhindert werden können, Opferschutz präventiv gewährleistet wird und eine erneute Unterbringung in einer forensischen Klinik überflüssig wird. Um darüber zu entscheiden, so Stuckmann und Schumacher-Wandersleb, müssten sich Fachleute und Entscheider an einen Runden Tisch setzen.

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Downoad Datei - Druckversion_Broschuere_2015_01.pdf

Informationen Forensiktage 2015
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